Text: Toni Kaiser, Bild: Keen

Zwischen «Bar» und Fuss

Sandalen, leicht und luftig, Lieblingsschuhe der Kinder. Sie haben sich längst auch bei den Grossen etabliert, zum Wandern oder als Zustiegsschuh für Klettertouren. Sie sind bequem, robust, rutschfest, bieten guten Halt – und eignen sich damit fürs Wandern in (fast) allen Terrains ebenso wie zum Queren von Bächen oder gar Flüssen.

Die Sandale gehört zu den ältesten Schuhformen der Menschheit: Bei der Rekonstruktion prähistorischer Objekte, die 2003 auf dem Schnidejoch oberhalb der Lenk aus dem Gletschereis aufgetaucht sind, entdeckte man eine Art Sandale, die ein vermutlich verunfallter steinzeitlicher Berggänger etwa 3000 vor unserer Zeitrechnung auf seinem Marsch zwischen dem Berner Oberland und dem Wallis getragen haben musste. Der Verschluss bestand wie bei heutigen Wanderschuhen aus einem Lederriemen, der gleichzeitig als Öse und als Schnürband diente. Und selbst eine Fellkappe als Zehenschutz war vorhanden.

Nach den klassisch-luftigen Freizeitsandalen sind im letzten Jahrzehnt auch wander- und bergtaugliche Modelle in Mode gekommen. Je fester dabei der Fusshalt und je griffiger das Profil, desto mehr können sie als Wandersandalen auch auf holprigen Bergwegen und im leichten Gelände bestehen. Ihr Vorteil gegenüber normalen Wanderschuhen: Sie bieten viel Luft um den Fuss und dennoch ganz viel Funktion. Doch können solche Modelle mit geschlossenen Wanderschuhen tatsächlich mithalten?

Klar ist: Wandertaugliche Sandalen, oft immer noch unter dem Sammelbegriff «Teva» gebräuchlich, und auch sogenannte Hybridsandalen, die teils geschlossen und oft mit einer Netzstruktur versehen sind, sind wahre Multitalente, die für viele Gelegenheiten passen. In ihr Anforderungsprofil gehört neben der schon angesprochene Luftfreiheit eine gute Stabilität, sodass sie im coupierten Gelände, aber auch auf feuchten Untergründen und rutschigen Steinen verlässlichen Tritt bieten. Das wird durch viele kleine Details erreicht: perfekt regulierbare Bänder, feste Verschlüsse, Riemen und Schnallen, ein fein abgestimmtes Fussbett und für steinige Terrains taugliche Sohlen. Hinzu kommt ein entscheidender Entwicklungsschritt, der schon vor fast zwanzig Jahren passiert ist: Damals stellte sich Keen der Herausforderung, eine stabile Sandale zu bauen, die auch den empfindlichsten Teil des Fusses schützt: die Zehen. Mit dem «Newport» gelang dies, einer Wandersandale mit Obermaterial und Fussbett aus Leder – und einer schützenden Zehenkappe. Das war damals ein genialer Schachzug.

Lesen Sie den ganzen Text in Wandermagazin SCHWEIZ 3/2020

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