Transswisstrails_Murten2

Zu Fuss durchs Geniesserland der Region Murtensee

Die Region Murtensee hat einfach Glück gehabt bei der Verteilung der Trümpfe. Hier gibt’s vielseitige Natur- und Kultur-Landschaften, spektakuläre Aussichten und viel Geniesserpotenzial auf Wanderwegen und à table.

Der Fernwanderweg Trans Swiss Trail Nr. 2 quert zwischen Jura und Tessin auch die Region Murtensee. Die Etappe 7, vom Ufer des Neuenburgersees nach Murten, sollte man wie ein «Filetstück» genüsslich anreichern. Denn wer in der Region ein paar Ferientage einplant, kann punkto Aktivitäten und Erlebenswertem aus dem Vollen schöpfen. Am besten startet man frühmorgens am Hafen von Cudrefin und folgt dem SchweizMobil Wanderweg Nr. 2 ins Riedgebiet des Naturschutzgebietes Grande Cariçaie. Ein vielstimmiges Vogelkonzert über all’ den Birken, Weiden, Schilfrohren und Gräsern ist gewiss. Beim BirdLife-Naturzentrum La Sauge (Dienstag bis Sonntag geöffnet) ist das Nordende des Neuenburgersees erreicht. Hier offenbaren Ausstellungen und Infotafeln viel Spannendes über die heimische Flora und Fauna. Die neue Sonderausstellung «Faszinierende Unterwasserwelt!» lädt zum spielerischen Entdecken in die Welt der Kleintiere im Teich ein. Ein Naturpfad mit drei Beobachtungshütten ist so angelegt, dass die Tiere ungestört bleiben. Vielleicht wandert man auch gleich weiter dem Broyekanal entlang und hofft auf Zufallsbegegnungen mit Wildtieren.

Durch den Wald geht es aufwärts Richtung Mont Vully, vorbei an einem Wehrbau aus dem Ersten Weltkrieg und an einem vom Rhonegletscher hier deponierten Felsblock, und vorbei am originalgetreu nachgebauten keltischen Oppidum, das vor über 2000 Jahren Teil einer 600 Meter langen Befestigung war. Dann ist die Aussichtsterrasse des Mont Vully erreicht, die zwar nur 653 Meter hoch, aber 1001 Fotoklicks wert ist! Noch einmal blickt man zurück zum Neuenburgersee. Südwärts glitzert am Fusse der Rebberge tiefblau der Murtensee, auf der andern Seeseite winkt das Tagesziel, das mittelalterliche Städtchen Murten, und dahinter posieren die Schneegipfel der Berner Alpen.

Zum Verweilen schön
Der Weg zum See hinunter führt durch die idyllische Reblandschaft des Vully. Wenn sich nun etwas Appetit ankündigt, ist man hier genau richtig unterwegs. Denn die Freiburger Riviera ist kulinarisches Geniesserland und lockt mit schönen Terrassenrestaurants, in denen man Gerichte mit regionalen Produkten auswählen sollte. Die Gemüsekammer der Schweiz im nahen Grossen Moos kann über 40 verschiedene Gemüsearten beisteuern, ab April bis Juni beispielsweise die legendären Spargeln. Die regionale Frischkost lässt sich gut von einem frischen Weissen vom Vully begleiten, bien sûr!

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Wie ein Verdauungsspaziergang mutet die abschliessende Wegstrecke durch den Chablais-Wald unweit des Seeufers an. Verweilt man länger am Tisch, sollte man den Fahrplan des Kursschiffes studieren, das etwa Môtier um 15.40 Uhr und Praz um 15.45 Uhr verlässt und um 16.00 Uhr in Murten eintrifft. Dann ist man angekommen! Zuerst in die Badi, in die Unterkunft oder zum Apéro? Das idyllisch gelegene Zähringerstädtchen bezaubert einfach alle. Seit dem Mittelalter kuschelt sich die Altstadt an seine schützenden Ringmauern. Diese sind Teil der fast vollständig erhaltenen und begehbaren Befestigungsanlage mit Wehrtürmen, Stiegen und Verliessen. Ein authentisches Abenteuer voller Patina, das nicht nur Kinder begeistert! Ein gemütlicher Altstadt-Bummel führt durch die pittoresken Gassen und Laubengänge, vorbei an stattlichen Bürgerhäusern und historischen Brunnen. Vom Schloss, aus dem 13. Jahrhundert, schweift der Blick über den Murtensee zu den Weinbergen am Mont Vully. Am nächsten Tag geht es weiter auf dem Trans Swiss Trail Nr. 2… Man kann natürlich auch einfach hierbleiben.
Tipp: Die 3. Etappe der Schweiz-Mobil-Route Nr. 71 «Chemin des 3 Lacs» mündet bei Cudrefin in die nationale Weitwander-Route Nr. 2 und endet in Murten.

Persönlicher Guide
«Dzin» heisst auf Freiburger Patois «Mensch». Wer mit einem «Dzin», einem persönlichen Guide, die Region Murtensee durchstreift, erfährt mehr. Der Winzer Cédric Guillod führt gerne Gäste durch Rebberg und Keller. Gut möglich, dass man bei der anschliessenden Degustation etwas vom Terroir im Wein wiedererkennt. Der legendäre Vully-Kuchen schmeckt dazu genau so gut wie versprochen. Caroline Zanolari ist Aromatherapeutin, Herboristin, Märchenerzählerin und Guide. Mit ihr entdeckt man saisonale Pflanzen im Vully, die schon für unsere Vorfahren wichtig waren und heute noch zu Tee und Tinkturen verarbeitet werden. Oder man lauscht auf nächtlichem Spaziergang ihren Märchen, bis man am Feuer ankommt und einfach alles gut ist. www.dzin.ch

Neu signalisiert: der «Historische Pfad»
Der «Historische Pfad» am Vully ist neu als lokale SchweizMobil-Route (Nr. 268) ausgeschildert. Die einfache, 12 Kilometer lange Rundwanderung mit 350 Höhenmetern im Auf- und Abstieg ist interessant und aussichtsreich. Start ist in Sugiez, wo man den Broyekanal überquert und auf Rebwegen zu den Grotten von Lamberta über dem Winzerdorf Môtier gelangt. Im Ersten Weltkrieg von der Schweizer Armee in den Sandstein geschlagen, sind sie heute faszinierendes Entdeckergelände. Taschenlampe mitbringen! Weiter gehts in Richtung des Réduit du Vully, während beider Weltkriege ein wichtiger Infanterie-Stützpunkt. Durch lieblichen Wald steigt man hinauf zum Gipfel des Mont Vully (653 m ü. M.), wo sich ein atemberaubendes Panorama vom Jura über das Drei-Seen-Land und über die Reben und den Murtensee bis zu den Schneegipfeln der Berner Alpen offenbart. Beim Abstieg passiert man das keltische Oppidum. Die Helvetier bewohnten diesen Hügel, bevor sie nach Gallien zogen und von Julius Cäsar gestoppt wurden. Nach kurzem Abstecher zum Sarrasin-Turm ist man zurück auf den Wegen durch die Weinberge. Wer sich am Anblick des schimmernden Murtensee nicht sattsehen kann, kehrt ein und degustiert die regionalen Spezialitäten aus Keller und Küche. Den «Historischen Pfad» kann man auch in Begleitung eines kompetenten Guide erleben.

Geniesser-Velotour
Mit Gutscheinen für regionale Spezialitäten radelt man beschwingt aus Murten hinaus auf den Veloweg Nr. 480. Auf den 28 Kilometern rund um den See gibt es viel Augenschmaus von Sandstränden über Weindörfer bis zur Top-Aussicht vom Mont Vully. Auch die Schiffe auf dem Murtensee sind velofreundlich und transportieren Fahrräder gratis.

Murten Tourismus
Französische Kirchgasse 6
3280 Murten
Tel. +41 (0) 26 670 51 12
www.regionmurtensee.ch

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