Text: Simone Leitner, Bilder: zVg Solothurn Tourismus, Aargau Tourismus

Wegweisend und sagenhaft schön

Noch nie waren Natur, Geschichte und Outdoor-Aktivitäten so wertvoll wie heute. Noch nie erlebten Themenwege bei Kindern und Erwachsenen einen so grossen Boom wie jetzt. Und wo wird’s auf Themenwegen nie langweilig? ichtig, in den Kantonen Aargau und Solothurn.

Wie begeisterungsfähig und wissbegierig Kinder sein können, wird oft erst in der Natur so richtig hör- und sichtbar. Es braucht nur etwas Kreativität, schöne Geschichten und gute Themen, um ihre Fantasie und ihren Bewegungsdrang anzukurbeln. Dass genau aus diesen Zutaten wertvolle Outdoor-Aktivitäten kreiert werden können, zeigt der Aargau mit viel Detailliebe. Die sorgfältig ausgebauten Themenwege begeistern. Ob spielerisch witzig, historisch spannend oder kulinarisch genussreich – alle Wege führen zum Ziel: nämlich zu mitreissender und lehrreicher Unterhaltung.

Spielerisch aktiv
Interaktive Erlebniswege sind en vogue. Und für Eltern eine elegante Möglichkeit, Kinder zum Wandern zu bewegen. Vor allem auf den Spuren der bekannten Kinderfigur Perimuk im Jurapark Aargau werden verschiedene Routen zum Spielplatz. Sei es in Biberstein, beim Cheisacher, in Wölflinswil oder in Herznach – auf jedem Rundweg werden Rätsel gelöst und Belohnungen abgeholt. Bei diesem Familienspektakel bleibt nur Langeweile auf der Strecke.

Und wenn es etwas mystischer sein darf, übt die Umgebung rund um den Erdmannlistein im Waltenschwiler Wald seit jeher eine magische Anziehungskraft aus. Dort beginnt ein erlebnisreicher Spaziergang in die geheimnisvolle Welt der Freiämter Sagen. Egal, ob eine Zeitreise in die Vergangenheit oder in die eigene Fantasie, an Inspiration fehlt es hier nie. Die Themenwege wurden abwechslungsreich und aufwendig umgesetzt. Märchen, Planeten, Papa Moll, Sinne erleben, Detektiv- oder Kriminalgeschichten – all diese Themen finden einen eigenen Weg im Aargau.

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Industriell spannend
Natürlich ist erlebnisreiches Wandern nicht nur Kindern vorbehalten. So bietet der Aargau auch für Erwachsene
tolle Themenwege, die sich mit der örtlichen Kultur, Industrie, Kulinarik oder der Gesundheit auseinandersetzen.
Etwas zu viel des Guten? Keineswegs. Schweizer Geschichte und heimische Traditionen erlebten in den letzten
Monaten eine regelrechte Renaissance. Das Interesse ist gross, das Angebot ausgefeilt. Denn wer weiss schon,
wo einst die Flösser geschickt ihr Holz auf den grossen Flüssen hinunterführten? Eine knapp 20 Kilometer lange
Strecke, die durchgehend beschildert ist, zeigt viel Spannendes über die Flösserei von anno dazumal.

Und wer sich für Wirtschaft interessiert, entdeckt auf einem ausgeschilderten Weg, dass zwischen Wildegg, Lenzburg und Hallwilersee eine der Kernregionen der Industrialisierung im Kanton Aargau liegt. Standen entlang des Aabaches während der letzten 250 Jahre doch beachtliche 27 Werke, welche die Wasserkraft als Energiequelle nutzten.

Wer nun Hunger auf Genuss bekommen hat, kommt im Aargau auch bei diesem Thema nicht vom Weg ab: Mit
einem regionalen Picknick ausgerüstet, um auf dem Evolutionspfad die Entstehungsgeschichte des Menschen
hautnah zu erleben, tönt doch spannend. Jeder Wegmeter entspricht einer Million Jahre, jeder Meilenstein steht für ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Erde. Der Pfad beginnt beim Hotel Eden im Park, Rheinfelden (Langroute ab Urknall, 14 km) oder an der Postautostation Zeiningen Post (Kurzroute ab der Entstehung unseres Sonnensystems, 4,5 km) und endet mit dem Auftreten des modernen Menschen auf dem Chriesibärg in Zuzgen.

Genüsslich aufatmen
Dass Hopfen und Malz in dieser Region der Schweiz nie verloren waren, ist legendär. Deshalb macht es besonders
viel Spass, auf den Spuren der Biergeschichte Rheinfeldens zu wandern. Das Highlight ist sicher der Besuch von Feldschlösschen, eine der schönsten Brauereien weltweit. Nach all dem Genuss heisst es jetzt erst mal gut durchatmen. Auch dafür gibt es im Aargau einen Wanderweg, der das Thema Atmen vertieft. Wer sich anschliessend die Beine vertreten will, macht das am besten auf dem Kneipp-Trail Stierenberg. Eine anregende Erfahrung.

Himmlisch nah
Im Nachbarkanton Solothurn wird auch ein hohes Mass an mitreissenden und erlebnisreichen Trails angeboten.
Für Familien, für Gruppen oder Einzelakteure – vom Krimi-Trail für Kids, dem Planetenweg auf dem Weissenstein über den Holzweg Thal und den Food-Trail bis zur Genusstour – Solothurn zeigt sich von der aktiven Seite. Und
steht nie still: Ab Ende Februar 2021 wird Tapsy auf Tour gehen und die Geschichte der Elfen erzählen. Tapsy verspricht ein kulturelles Erlebnis für die ganze Familie. Eintauchen in die Museumswelt, Sehenswürdigkeiten von Solothurn entdecken und mehr über die spannende Geschichte der Barockstadt lernen. Mit dem Stadtexplorer Kit sind Familien für das Rätselabenteuer gewappnet.

Schon alleine das Prädikat, dass das Solothurner Örtchen Altreu als europäisches Storchendorf ausgezeichnet wurde, ist einen Besuch wert. Wer aber Weissstörche aus nächster Nähe sieht, wird endgültig fasziniert sein. Tatsächlich leben hier auf vielen Hausdächern und hohen Bäumen Weissstörche in ihren Horsten. 1948 gründete Max Bloesch die Storchensiedlung Altreu und sorgte für die Wiederansiedlung des Weissstorchs in der Schweiz. In
den 1960er Jahren beginnen sich erste Erfolge einzustellen. Seit 1995 werden keine Störche mehr in Gefangenschaft gehalten. Das Infozentrum Witi informiert mit interaktiven Austellungen über das Leben der Störche sowie über die kantonale Landwirtschafts- und Schutzzone Witi. Und wer den Weitblick liebt, besteigt den Holzturm «Kraftort am Wald» und erweitert den eigenen Horizont. Dieser Beobachtungsturm dient als Aussenposten des Infozentrums Witi und verspricht ein erhabenes Erlebnis.

Nie auf Abwegen
Oft taucht die Frage auf, ob Themenwege überhaupt nötig seien? Ob die Natur alleine denn nicht mehr genüge?
«Die Natur oder das Kulturgut werden nicht verändert, nur der Zugang zum Thema wird erleichtert», erklärt
der Solothurner Tourismusdirektor Jürgen Hofer. Und ergänzt, dass die Themenwege in Solothurn sehr sorgfältig
geplant würden, um langfristig den hohen Anforderungen zu genügen. Erlebniswege sind komplex, vermitteln
Wissen, ein vertieftes Erlebnis, sensibilisieren und beeinflussen Verhalten und Wahrnehmung. «Sie sollten aber
auch die touristische Wertschöpfung einer Region erhöhen, Unterhaltung bieten oder zur Stärkung der Identifikation der einheimischen Bevölkerung mit Natur, Landschaft und Kultur ihrer Region beitragen,» betont Jürgen Hofer. Die Erfahrung zeige, dass nur eine sorgfältige und nachhaltige Planung im Hinblick auf Bau, Unterhalt, Kommunikation, Signalisation und Finanzierung den Erfolg gewährleisten würden. Das ist in beiden Tourismuskantonen sehr gut gelungen. Deshalb: Auf den Themenwegen in den Kantonen Solothurn und Aargau bleibt nur die Langweile auf der Strecke.

Weitere Wandererlebnisse sowie Insidertipps von der Aargauer Tourismusdirektorin Andrea Portmann lesen Sie in Wandermagazin SCHWEIZ Ausgabe 2/2021

Weitere Informationen unter:
www.solothurn-city.ch
www.aargautourismus.ch/themenwege

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