Text: Stefanie Pargätzi, Bilder: Stefanie Pargätzi, Jochen Ihle, Toni Kaiser

Was flattert denn da?

Das Papiliorama in Kerzers lädt zu einem familienfreundlichen Ausflug in die Tropen ein. In diesem bunten Garten blühen viele Pflanzen – und über 60 Schmetterlingsarten aus allen Tropengebieten der Welt erfreuen die Besucher.

Draussen ist es kalt, grau und neblig. Drinnen schwül-warm und farbenfroh. Es ist eine ganz andere Welt, hier drinnen im Papiliorama im freiburgischen Kerzers. Das Amphitheater mit einem Durchmesser von 40 Metern und einer Höhe von bis zu 14 Metern beherbergt mehrere Dutzend Pflanzenarten, darunter 16 Palmenarten, welche auch im Winter ideale Bedingungen zum Gedeihen und Blühen vorfinden. Und dann diese vielen Schmetterlinge! Über 60 tropische und subtropische Schmetterlingsarten, insgesamt sind es über 1000 Schmetterlinge, flattern um uns herum und entzücken die Kinder. Sitzen die Schmetterlinge dann auf unsere Arme, Schultern oder Köpfe lassen sie sich wunderbar aus nächster Nähe beobachten.

Staunend stehen unsere Mädchen dann vor den verpuppten Raupen. Geduldig beantwortet ein Mitarbeiter unsere Fragen. Im Papiliorama können Besucher nämlich nicht nur die fliegenden Gesellen beobachten, sondern auch den kompletten Lebenszyklus des Schmetterlings, vom Ei über die Raupe bis zur Puppe. Über 10 Schmetterlingsarten vermehren sich im Garten des Papiliorama auf natürliche Weise. Eine grosse Attraktion ist deshalb der Schlupfkasten, wo aus zahlreichen Puppen frische Schmetterlinge ausschlüpfen. Die frisch geschlüpften Schmetterlinge werden dann von einem Pfleger an eine Pflanze gesetzt, wo sie trocknen, sich vollständig entfalten und danach mit den anderen Schmetterlingen um die Wette fliegen. Farbenprächtige Nektarvögel, die sich Nahrung aus den für sie aufgehängten Behältern holen, vervollständigen das bunte Tropenbild.

Die Wege durch das Amphitheater, es gleicht einer grossen Glaskugel, führen über Treppen, an kleinen Teichen vorbei und unter Wasserfällen hindurch. Ein Mitarbeiter pflückt frische Früchte von einem Baum. Er schenkt unseren Kindern die für sie bisher unbekannten Papayas. «Noch zwei Tage zu Hause lagern, dann schmecken sie fein», ermuntert er uns. Zurück im Foyer finden die Kinder dort eine tolle Entdeckerwelt vor, die zum hören, lesen und staunen einlädt. Dann führt unsere exotische Reise weiter in das Nocturama. Hier filtert ein lichtdurchlässiges Dach das natürliche Tageslicht und schafft im Innern eine Vollmondnacht-Stimmung. Durch den umgekehrten Tages- und Nachtrhythmus ist es möglich, mitten am Tag einen nächtlichen Spaziergang zu machen und nachtaktive Tiere der Tropenwälder zu beobachten, zum Beispiel Faultiere, Nachtaffen und Gürteltiere. Das Gehen in der Dunkelheit ist für die Kinder faszinierend und furchteinflössend zugleich, umherfliegende Fledermäuse sorgen für Kreischmomente. Krönender Abschluss ist dann der Jungle Trek. Über eine Wendeltreppe gelangen wir über eine sieben Meter hohe Panoramabrücke in die Baumkronen, von wo aus man das Geschehen von oben beobachten, sich den Geräuschen und Gerüchen hingeben und in die Ferne schweifen kann.

Das Papiliorama ist eine gemeinnützige Stiftung mit dem Ziel, das Publikum für das Schicksal der Tropenwälder und der Artenvielfalt im Allgemeinen zu sensibilisieren. Dabei wird die tropische Natur in den Ausstellungen so nah wie möglich an die Besucher ran gebracht, u.a. mit Nocturama, Naturspielplatz und Streichelzoo.
Papiliorama Kerzers, Moosmatte 1, 3210 Kerzers FR, Tel. 031 756 04 60, Sommerzeit 9–18 Uhr, Winterzeit 10–17 Uhr, www.papiliorama.ch

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