Texte: Ueli Hintermeister, Silvia Fantacci, Jürg Schrammel. Bilder: Silvia Fantacci, Ueli Hintermeister.

Wanderführer Schweizer Jura

Die langen, schmalen und meist bewaldeten Bergrücken im Jura bieten ein fantastisches Wander- und Ausflugsgebiet. Der Rother Wanderführer »Schweizer Jura« stellt die 50 schönsten Wanderungen vor.

Das Gebiet erstreckt sich vom Lac de Neuchâtel bis zum Lägerengrat bei Zürich. Die Autoren Ueli Hintermeister, Silvia Fantacci und Jürg Schrammel stellen die 50 schönsten Tagestouren vor – von der gemütlichen Rundwanderung bis zur anspruchsvollen Überschreitung ganzer Höhenzüge. In ihrer Auswahl finden sich Tourenmöglichkeiten mit schwindelerregenden Tiefblicken und spektakulären Fernsichten, in tief eingeschnittene Schluchten und zu idyllischen Dörfern, deren kulinarische Traditionen jede Wanderung auf angenehmste Weise abrunden. Eine Auswahl aus dem Buch:

Chasseral – auf den höchsten Gipfel des Berner Jura
Der Chasseral – oder »Gestler«, wie der Berg auf Deutsch heißt – ist mit 1607 m einer der höchsten Gipfel des Schweizer Jura. Auf seinem Nord­rücken liegt der im Jahr 2001 offiziell gegründete Regionalpark Chasseral, die erste Organisationsform dieses Typs in der Schweiz, die auf dem Beispiel der französischen Naturparks basiert. Vom Gipfel gegen Norden zieht die bemerkenswerte, unter Naturschutz stehende Schlucht der Combe Grède. Schon um 1900 wurde ein Wanderweg durch diese Klamm gebaut, der dann 1999 aufwendig saniert wurde. Die Wanderung durch die Schlucht auf den Gipfel des Chasseral ist ein eindrucksvolles Erlebnis, das außergewöhnlich ist für eine nichtalpine Region. Die für den Jura typischen Waldgesellschaften der Combe Grède sind auch Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt: Im oberen Bereich leben Gämsen und Murmeltiere, der Wald wiederum ist Heimat für viele, teilweise seltene Vogelarten wie Raufußkäuze, Schwarzspechte oder Raufußhühner.

Le Chasseron und Gorges de Covatanne
Zwischen dem Dörflein Vuiteboeuf und Ste-Croix liegt die fantastische Gorges de Covatanne. Kaum ein Lichtstrahl mag die tiefsten Stellen dieser streckenweise engen Klamm zu erhellen und vom Weg aus sieht man den Bach oft gar nicht, der sich in mehreren Stufen seinen Weg durch die Schlucht bahnt. Darüber türmen sich hohe Kalkwände auf und wegen des Staunens über die sich immer wieder verändernden Perspektiven kommt man auf diesem Teil der Tour kaum vorwärts.

Creux du Van mit Le Soliat
Der Creux du Van dürfte das bekannteste Wanderziel des ganzen Schweizer Jura sein. Kein Wunder: Das halbrunde, riesige Amphitheater aus Kalk mit seinen senkrechten, bis zu 160 m hohen Felswänden bildet eine sehr eindrucksvolle und unvergleichliche Landschaftsform. Die Entstehung des gewaltigen Lochs verdeutlicht man am besten anhand einer schräg liegenden Roulade mit hartem Rand und weichem Inneren. Durch eine tektonische Verschiebung gerieten weiche, zwischen dem wesentlich härteren Kalk liegende Gesteinsschichten an die Oberfläche. Erosion, verstärkt durch einen lokalen Gletscher, der sich während der Eiszeit im Halbrund des Creux du Van bildete, schliff die weichen Gesteine aus der Umarmung des Kalkgesteins, wodurch die eindrucksvolle Grube in der Landschaft entstand. Die Erosion dauert immer noch an, wie gelegentliche Steinschläge beweisen. Das Wort »Van« stammt ursprünglich aus dem Keltischen und bedeutet »Fels«. Das Gebiet ist durch ein 25 km2 großes Naturreservat geschützt. Gämsen und selbst eine Kolonie Steinböcke haben im Creux du Van eine Heimat.

5. Auflage 2021
168 Seiten mit 107 Farbabbildungen
50 Wanderkärtchen im Maßstab 1:75.000, zwei Übersichtskarten im Maßstab 1:850.000 und 1:2.000.000
Format 11,5 x 16,5 cm
ISBN 978-3-7633-4157-3
www.rother.de

Wanderbücher aus dem Rother Bergverlag sind auch im Wandershop SCHWEIZ erhältlich:
www.wandershop-schweiz.ch

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Aktuelle Ausgabe
Wandermagazin 6/2020

Wandermagazin 6/2020

November 2, 2020

Die Schweiz ist durchlöchert, keine Frage. Doch wer jetzt unter Höhle einfach Hohlräume untertags versteht, wird dieser Aussage nicht wirklich gerecht. Zwar ist unser Land

Weiterlesen
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Empfehlen Sie uns weiter:
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp