Text: Gretz Communications, Titelbild: © Schweiz Tourismus

Von St. Gallen aus die Ostschweiz erkunden

St. Gallen ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen in der Region. Umgeben von herrlicher Natur, ist die Stadt ein veritabler Hub für aktive Ferienerlebnisse für jeden Geschmack: Wandern mit Sicht auf den Bodensee, pilgern auf dem Jakobsweg oder für Stadttouren.

Die Region St.-Gallen-Bodensee liegt ideal eingebettet zwischen dem Bodensee und dem Alpsteinmassiv. In diesem Ostschweizer Wanderparadies kann man an 18 Brücken auf dem St.Galler Brückenweg entlangwandern, auf den Textilwegen in der Stadt viel Spannendes zur reichen Geschichte erfahren, durch pittoreske Weinberge auf dem Rheintaler Höhenweg spazieren oder als Pilger auf dem Jakobsweg wandeln. St.Gallen bezaubert mit einer malerischen Altstadt und einem reichen historischen Erbe. Der Stiftsbezirk mit seiner barocken Kathedrale und der weltberühmten Stiftsbibliothek gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Die Region ist bis heute geprägt durch ihre reiche Textilgeschichte. Haute Couture, Stoffe und Spitzen aus der Gallus-Stadt werden auf den Laufstegen weltweit präsentiert. Ein reges Kulturleben und eine intakte Natur für Wanderungen, Bike- und Velotouren sowie Rundreisen durch St.Gallen, das Rheintal oder das Appenzellerland machen den Reiz dieser schönen Gegend aus.

Die schönsten Seiten der Textilstadt
Der Textilweg St. Gallen führt auf rund fünf Kilometern zu herausragenden Textilgebäuden in der St.Galler Innenstadt. Auf dieser Stadttour erfährt man Spannendes zur Geschichte, Architektur und heutigen Nutzung der Gebäude. Der Textilweg St.Gallen West folgt dem Wander- und Jakobsweg ab Bahnhof St. Gallen hinaus in die Natur. Die Route führt entlang von «Textilen Spots» bis ins Sitterwerk. Sie eignet sich optimal für einen ausgedehnten Spaziergang (sechs Kilometer abwärts, eineinhalb bis zwei Stunden reine Gehzeit). Der Weg beginnt am Bahnhof. Nach wenigen Minuten lohnt sich ein Stopp bei Bischoff Textil, einem weltweit renommierten Unternehmen. Unter den Sonnenstrahlen auf der Kreuzbleiche kann man sich lebhaft vorstellen, wie hier früher die Leinentücher zum Bleichen ausgelegt wurden. Weiter geht’s zum Tröckneturm. Auch das renommierte Geschäft Jakob Schlaepfer eignet sich für einen Shopping-Stopp. Beim Gebäude der Firma Muser Brothers riecht es nach Kräutern. Im Sitterwerk angekommen, werden die Spaziergänger gratis zu einer Tasse Kaffee oder einem kühlen Getränk eingeladen.

Wanderklassiker Eggen-Höhenweg
Die «Eggen», ein Hügelzug zwischen Teufen und Speicher, ist eine wahre Naturschönheit und ein Geheimtipp für Besucher. Eine herrliche Höhenwanderung führt vorbei am Garten des legendären Heilpraktikers A.Vogel und gewährt Einblicke in die eindrücklichen Heilkräfte der Pflanzenwelt. Zu Beginn geht es vom Dorf Teufen aus kurz aber steil hoch zur Schäflisegg. Auf diesem Teilstück ist ein Besuch im Kräutergarten des Heilpraktikers, der sich oberhalb des Dorfes Teufen gleich am Weg befindet, unbedingt empfehlenswert. Von nun an geniessen wir während der ganzen Tour eine traumhafte Aussicht zum Säntis und auf die andere Seite des Bodensee. Auf dem Wegstück vom A.Vogel-Kräutergarten bis zum Erlebnisrestaurant Waldegg geben Tafeln Auskunft und Informationen zu hiesigen Kräutern. Nach knapp einer Stunde erwartet einen dort eine abwechslungsreiche Rast. Weiter führt die Wanderung über Oberhorst zur geschichtsträchtigen Vögelinsegg. Die nahegelegene Haltestelle der Appenzeller Bahnen ermöglicht eine bequeme Rückreise. Tipp: Die Wanderung ist als Rundtour mit dem öffentlichen Verkehr ab St. Gallen möglich (St. Gallen-Teufen-Eggen Höhenweg-Speicher-St. Gallen).

Hoch hinaus auf dem St. Galler Brückenweg
Im Westen der Stadt führt der St.Galler Brückenweg durch das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Sitter- und Wattbachlandschaft. Die grösstenteils naturnahe Flussumgebung ist Lebensraum für viele geschützte und bedrohte Tiere und Pflanzen. Während der abwechslungsreichen Wanderung entlang der Sitter erfährt man viel Wissenswertes über den Bau und die Konstruktion der Brücken. Es gilt, 18 Viadukte, Holz- und Betonbrücken sowie Hängestege zu bewundern und überqueren. Die Wanderung beginnt beim Haggen-Schlössli, früher barocker Landsitz, heute öffentliches Restaurant im Besitz der Stadt St. Gallen. Sie führt hinunter durch das Tobel nach Zweibrücken, den Hügel wieder hinauf und später hinab ins Kubel. Unter den Eisenbahn- und Autoviadukten hindurch gelangt man ins Tobel und weiter zur Spisegg. Hier beendnen wir die Wanderung und fahren mit dem Postauto zurück zum Hauptbahnhof. Der Weg zeigt faszinierende Bauwerke und auch geschichtsträchtige Holzbauten: Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Auf dem Pilgerweg von Rorschach nach St. Gallen
Wandern auf den Spuren der alten Pilger vom Bodensee bis nach St. Gallen: Gestartet wird in Rorschach beim Jakobsbrunnen auf dem Kronenplatz. Auf diesem Brunnen befindet sich das Glöcklein der ehemaligen Jakobuskapelle, einer frühmittelalterlichen Raststätte für Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela, das bis 1834 an diesem Ort stand. Noch heute wird die Glocke täglich zweimal von den Jakobsglöcknern von Rorschach geläutet. Sie ruft zum Ave und erinnert an ihre Einschrift «St. Jakobus, ora pro nobis». Die in schwarze Umhänge gehüllten Glöckner mit schwarzem Hut stehen allen Pilgern mit Rat und Tat aktiv zur Seite. Der Brunnen ist der Ausgangspunkt auf der Schweizer Seite des Bodensees für den Jakobsweg Richtung St. Gallen nach Einsiedeln. Auf dem weiteren Weg passieren die Pilger nebst schönen Wiesen und Wäldern auch das Schloss Sulzberg, besser bekannt als «Möttelischloss», mit dem idyllischen Schlossweiher. Danach geht es parallel zum Martinstobel in die Stadt St.Gallen.

Rheintaler Höhenweg
Auf dem Höhenweg sind die Aussicht ins Rheintal und die Berglandschaft ständiger Begleiter. Der Rheintaler Höhenweg verläuft zwischen Weinbergen und Hochmooren, durchstreift mehrere Vegetationsstufen vom Bodensee bis hinauf ins Sarganser Alviergebiet. Von der weltstädtischen Bodenseeregion bis zum ländlich-idyllischen Appenzell lebt die Route von einer grossen kulturellen Vielfalt. Der Wanderweg verläuft meistens auf aussichtsreichen Höhen unter der Alviergruppe, hoch über dem Rheintal. Er bietet eine wunderbare Sicht über die Talebene auf die gegenüberliegenden Österreichischen und Liechtensteinischen Berge. Dann findet man sich wieder zwischen Apfelbaumplantagen und durchstreift das wichtigste Weinanbaugebiet des Kantons St. Gallen mit den Spezialitäten Riesling und Sylvaner. Im Weintal Rheintal wachsen aber über 20 verschiedene Rebsorten – jede mit ihrem eigenen Charakter. Der Weinbau hat hier eine lange Tradition und es gibt genügend Gelegenheiten, den Wein zu degustieren. Das «Haus des Weins» in Berneck gilt als Heimat des St.Galler Weins und die Winzer nutzen diese Plattform, um ihre edlen Rebensäfte den Weinliebhabern zu präsentieren. Ein wohlschmeckendes Erlebnis.

Kulinarischer Stadtbummel
Für Feinschmecker lohnt sich ein kulinarischer Stadtbummel durch St.Gallen: Je einen Gang in drei Restaurants mit kreativer und regionaler Speisekarte und ein Stadtrundgang zu den Highlights der Gallusstadt. Der erste Gang wird vom Restaurant Dreilinden beim Naherholungsgebiet Drei Weieren serviert. Dort geniessen die Gäste nicht nur die leckere Vorspeise, sondern auch die traumhafte Aussicht über die Stadt St. Gallen bis zum Bodensee. Nach einem Spaziergang entlang den im 17. Jahrhundert künstlich angelegten Drei Weieren verwöhnt das Restaurant Falkenburg die kulinarischen Wanderer mit dem Hauptgang aus der saisonalen Speisekarte. Zurück in der Innenstadt sorgt das Restaurant Brauwerk für den krönenden Abschluss. Zur süssen Nachspeise empfiehlt sich eines der vielen Craft-Biere, die direkt vor Ort von den kreativen Braumeistern gebraut werden.

Infos: www.st.gallen-bodensee.ch

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