Text: Elisha Nicolas Schuetz, Titelbild: © Mike Kaufmann

Traum-Touren auf 10.000 Kilometern

Eigentlich ist es ja beim Wandern wie überall im Leben: Die Vorlieben sind so unterschiedlich wie die Menschen. Doch die abwechslungsreiche Berner Landschaft sorgt mit Bestimmtheit dafür, dass alle Naturfreunde ihre individuell perfekte Wandertour finden.

Die zahlreichen Wanderwege im Kanton Bern bieten eine unglaubliche Vielfalt und lassen die Herzen aller Wanderfreunde höher schlagen. Nicht umsonst ist Bern der zweitbeliebteste Ferienkanton der Schweiz: Von dichten Wäldern über atemberaubende Bergpanoramen, von smaragdgrünen Seen über Wanderungen für die ganze Familie bis hin zu anspruchsvollen Höhenwanderungen bietet der Kanton Bern alles, was das Wanderherz begehrt.

Die 10000 Kilometer Wanderwege führen zu einer grossen Auswahl an sommerlichen oder herbstlichen Traumtouren – wie geschaffen für eine Zeit, die unter dem Zeichen von «Social Distancing» steht. Sei es entlang der Aare, im Berner Oberland oder im Berner Jura: Man findet stets Ruhe und Erholung in der Natur. Hier eine exklusive Auswahl von einigen der schönsten Rundwanderrouten des Kantons.

Stadt Bern: Postkartenidylle am Aare-Ufer
Wir beginnen gleich mit der Stadt Bern. Denn der Aare entlang lässt es sich hervorragend wandern – und was wäre die Hauptstadt ohne die Aare? Am Ufer des Flusses führt ein Weg durch den prächtigen alten Baumbestand der Englischen Anlage und gibt den Blick frei auf das Herz der Altstadt und auf das Berner Münster. Nach Unterquerung der bereits 120-jährigen Kirchenfeldbrücke geniesst man die imposante Erscheinung des Bundeshauses. Eine idyllische Birkenallee säumt den Spazierweg bis zum Schönausteg. Wer genügend Zeit zur Verfügung hat, dem sei der Besuch des nahen Tierparks empfohlen. Und wer mag, der kann fast grenzenlos weiterwandern: Der Weg am Ostufer der Aare entlang führt über die Märchligen- und Kleinhöchstetten-Au. Man sichtet mit etwas Glück Bussarde, Milane und Fischreiher oder gar Rehe und vereinzelt auch Hirsche. Vielfältige Auenwälder prägen den weiteren Verlauf des Weges zur Schützenfarbrügg beim Parkbad Münsingen, von wo es zum Schluss zum Bahnhof Münsingen geht.
Von/bis: Bern/Münsingen. Distanz 17,1 Kilometer, Dauer 04.20 Stunden, Aufstieg 250 Meter, Abstieg 220 Meter.

Wohlensee: Wo der türkisblaue See schimmert
Auch in der näheren Umgebung der Hauptstadt locken viele Highlights in einer wunderbaren Naturkulisse zahlreiche Wanderfreunde an. So ist der Wohlensee ein Naherholungsgebiet der Stadtberner. Da lohnt es sich, gleich eine Rundwanderung um den See zu unternehmen, wobei das türkisblaue Gewässer immer wieder durch den Wald schimmert. Die Wanderung ist ein wenig anspruchsvoll, da der Weg nicht nur am Seeufer entlang, sondern immer wieder auf und ab führt, was natürlich in die Beine gehen kann. Start ist bei der Wohleibrücke.
Von/bis: Wohlensee ab Woleibrücke. Distanz 18,3 Kilometer, Dauer 4.20 Stunden, Aufstieg 442 Meter, Abstieg 442 Meter.

Naturpark Gantrisch: Imposante Bergpanoramen
Auch der Naturpark Gantrisch liegt nur unweit der Stadt Bern. Er kann im Rahmen einer äusserst schönen Wanderung besucht werden – zum Beispiel von Gurnigel aus über den Leiterenpass. Grandiose Panoramen begleiten die gesamte Strecke. Und oben auf dem Pass eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick, der sich vom Stockhorn über Eiger, Mönch und Jungfrau bis zu den Waadtländer Alpen erstreckt. Kamera nicht vergessen, schliesslich bietet sich einem ein solches Postkartenpanorama nicht alle Tage! Weiter führt der Weg vom Leiterenpass über die Südflanke des Gantrisch, wo der Ausgangspunkt für den recht steilen Aufstieg zum 2175 Meter hohen Gipfel liegt. Der letzte Teil dieser Bergtour führt über das Gantrischchummli zurück zur Wasserscheide auf dem Gurnigel.
Von/bis: Gurnigel. Distanz 10 Kilometer, Dauer: 4.20 Stunden, Aufstieg 687 Meter, Abstieg 687 Meter.

Saanenland: Inmitten einer Blumenpracht
Unsere Auswahl der Berner Rundwanderungen führt nun in die Region Gstaad, wo der Blumenweg seinen Namen absolut zurecht trägt. Auf einer Höhe von 1800 Meter über Meer hat der Wanderer den Eindruck, dass hier tatsächlich alles blüht. Narzissenblütige Anemone, Grünstieliger Streifenfarn und viele weitere seltsame Namen begegnen dem Wanderer auf dem beschilderten Blumenweg am Horneggli. Bis Mitte September ist die Blumenpracht wahrlich beeindruckend. Auf dem Rundweg vom Horneggli zum Berghotel Hornberg und retour erschliessen sich dem Naturfreund immer wieder herrliche Ausblicke ins Saanenland. Auch die Gastlosen-Kette und die Gletscherberge Wildstrubel und Wildhorn sind zu bewundern. Zwei Teilstrecken dieses Rundweges führen um die Hornfluh, ein drittes, steiles Teilstück liegt am Weg zur Hornfluh. Abgesehen vom dritten Teil sind die Wegstücke leicht zu begehen. Die beste Jahreszeit ist zwischen Ende Juni und Mitte September.
Von/bis; Schönried, Bergstation Horneggli. Distanz 2,7 Kilometer, Dauer 1 Stunde, Aufstieg 101 Meter, Abstieg 101 Meter.

Diemtigtal: Kraftort der Roten Quellen
Wir bleiben gleich im Berner Oberland. Genauer gesagt in einem Seitental des Simmentals: im Diemtigtal. Hier liegt Grimmi – seit jeher als energiespendender Kraftort bekannt. Der Ort besitzt mit seinen Bergseen, Alpenblumen und den einzigartigen roten Quellen einen wilden Hochalpencharakter. Eine schöne Panorama-Bergwanderung führt durch diese eindrückliche Gegend. Ab Grimmialp führt der Wanderweg ins Gebiet Stierenberg, von wo sich eine herrliche Aussicht bietet. Auch idyllische Bergseen sind hier anzutreffen. Auf einer Höhe von 1840 Meter findet man etwas abseits des Weges die berühmten Roten Quellen: Dieses Wasser wurde schon vor Hunderten von Jahren als Heilwasser genutzt. Während der Hochblüte der Bade- und Heilwasserkultur im 19. Jahrhundert waren die Roten Quellen im Kurort Grimmialp besonders beliebt. Und sie faszinieren nach wie vor. Die rote Färbung erhalten die Quellen übrigens durch den äusserst hohen Eisengehalt des Wassers. Der Rückweg führt anschliessend über die Alp Stierenberg zur Bergstation der Grimmialp-Bergbahn, bevor man den Abstieg über die Nidegg zurück zum Ausgangspunkt in Angriff nimmt. 
Von/bis: Grimmialp. Distanz: 10 Kilometer, Dauer 3.30 Stunden, Aufstieg 660 Meter, Abstieg 660 Meter.

Moutier: Zwischen Schluchten und Waldwiesen
Und zum Abschluss unserer kleinen Exkursion geht es in den Berner Jura. Der Rundwanderweg, beginnend in Moutier, ist eine kontrastreiche Reise zwischen Schluchten, sattgrünen Waldwiesen und idyllischen Dörfern. Der Fussweg führt von Moutier durch die eindrucksvolle Schluchte von Court zum malerischen Örtchen Champoz, das bekannt ist für seine Räucherkammer, die im rustikalen Rahmen regionale Spezialitäten offeriert. Wandert man weiter, erschliesst sich einem unvermittelt der herrliche Ausblick auf den pittoresken Lac Vert. Der See selbst ist allerdings Privateigentum und kann leider nicht begangen werden. Deshalb gehts über die Weideflächen Pâturages de Moron zurück nach Moutier.
Von/bis: Moutier. Distanz: 19 Kilometer, Dauer 5.50 Stunden, Aufstieg 820 Meter, Abstieg 820 Meter.

Mehr Infos: www.madeinbern.com

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