Text und Bilder: Toni Kaiser

Skitouren auf dem Berninapass

Angekommen, es ist geschafft. Ein paar Tränen verdrückt Lenka im strammen Nordwind. Es sind Tränen der Rührung. Und des Stolzes, es auf den Gipfel geschafft zu haben. Piz la Stretta heisst dieser, ist einer der 3000er-Gipfel am bündnerischen Berninapass – ein geniales Gebiet für eine ganze Skitourenwoche!

Ein langer Weg wars auf den «Stretta» durch ein Tal mit schönem Namen: Val da Fain. Das Tal angenehm geneigt, «meditativ» kommt mir in den Sinn. Erst gegen Schluss gings richtig steil hinauf. «Also ein Schleck war das nicht, sicher nicht bei diesen eisigen Verhältnissen», besänftigt Barbara, die Bergführerin, die Gruppe. Der hart gefrorene Schnee, die wütenden Böen, die Länge des Aufstiegs, die Höhe. Sogar Harscheisen waren nötig – also eine Art Steigeisen für Tourenski, die man unter der Bindung befestigt und die das Abrutschen auf steilen Hängen verhindern sollen. Mit ihnen aufzusteigen, ist gewöhnungsbedürftig und kostet ein Quantum mehr an Kraft. Und davon brauchts auch noch etwas zum Runterfahren. Doch die Erleichterung, es nach oben geschafft zu haben, setzt nochmals Reserven frei. Und schliesslich ist Barbara ja bekannt dafür, dass sie immer die schönsten Hänge findet…

Das Bernina-Gebiet ist für diese Skitourenwoche gut gewählt, denn es liegt am Alpenhauptkamm, der Grenze also zwischen den Nord- und Süd-Wetterlagen. Der Wind bläst jetzt aus Norden, was dem Süden Aufhellungen und schönes Wetter beschert. Aber auch eisig kalte Zugwinde auf den Pässen und Graten. Riesige Schneefahnen auf dem Piz Palü zeigen dies deutlich an. Andererseits liegt in diesen Februartagen so wenig Schnee wie noch selten, was heisst, dass die Touren praktisch bei Frühlingsbedingungen stattfinden. Zu erwarten sind also eine hart gefrorene Schneedecke am Morgen und aufgeweichte Verhältnisse an den südausgerichteten Hängen ab Mittag oder sogar die begehrten Firnverhältnisse. Auch da ist Barbara eine Spezialistin – weil sie sich stets sehr gut auf die Touren vorbereitet. Also im Voraus Karten, Wettervorhersagen und das Lawinenbulletin studiert, wo nötig vor Ort bei den Spezialisten Erkundigungen einholt. Zudem beobachtet sie von Tag zu Tag die Bedingungen an den Nachbarhängen genauestens und zieht daraus die entsprechenden Schlüsse. Das zahlt sich jetzt auf der Fuorcula dal Caral aus, denn die Abfahrt gegen Süden, Richtung Alp Grüm, über die leicht angetaute Firnflanke macht ungleich mehr Spass, als wenn der Schnee noch pickelhart gefroren wäre…

Lesen Sie den ganzen Text in Wandermagazin SCHWEIZ 1/2021 und geniessen Sie hier einige Impressionen:

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