Text: Toni Kaiser, Bilder: Stefanie Pargätzi

Schulzimmer im Moor

Der Erlebnispark Mooraculum auf der Rossweid bei Sörenberg ist ein Spass für die ganze Familie. Aber natürlich schlagen da die Kinderherzen am höchsten. Kein Wunder, denn beim Thema Moor kann es schon mal ein bisschen mystisch zu- und hergehen. Und lehrreich. Aber ganz sicher nie gruselig.

Zuerst schwebt man mit der Gondelbahn hoch. «Zum Glück», meint Klein-Andrina, da hat sie heute schon zum ersten Mal ihren Spass. Kein Wunder, die Schaukelpartie in den Berg hinauf spart fünfviertel Stunden «Tschumple»! Dem ersten Spass werden noch viele weitere folgen auf der Rossweid bei Sörenberg, mitten im Herzen der einzigartigen UNESCO Biosphäre Entlebuch. Dem Entlebuch also, von dem die Einheimischen gerne sagen, es sei das grösste Buch der Welt.

Doch darum geht es heute eigentlich nicht. Vielmehr ums Thema Moor und Moorlandschaften. Die grossen Leute haben sich dafür natürlich wieder einmal einen komplizierten Namen ausgedacht: Mooraculum. Das tönt lateinisch-gelehrt, ist aber eigentlich ganz einfach. Denn dieses «Mooraculum» ist nichts anderes als ein grosses Schulzimmer im Freien. Nur spassiger. Quasi ein Erlebnis-Spielplatz rund ums mystische Moor-Thema. Neugierige Forscherinnen und Forscher, aber auch flinke Kletterer und Kraxler kommen da auf ihre Rechnung. Zwar steckt dahinter viel Wissen und Wissenschaft, doch werden auf Lehr- und interaktiven Erlebniswegen – wie dem Sonnentauweg – Rätsel rund ums Thema kindgerecht vermittelt. Allerlei seltsamen Wesen begegnet man auch, wie der seltenen Hochmoor-Mosaikjungfer – das ist eine Libellenart –, oder dem Rundblättrigen Sonnentau, einer gefrässigen Pflanze, die gerade einen Schmetterling verspeist. Doch da baumelt Andrina schon jauchzend in einem Hängesessel. Später hält sie neugierig durch ein grosses Fernrohr Ausschau nach den Bewohnern der feucht-sumpfigen Landschaft und probiert auf einer Holzliege mithilfe von riesigen Trichtern, den Geräuschen des Waldes auf die Spur zu kommen.

Für den Mooraculum-Besuch erhält jedes Kind einen bunten Forscherpass. Dieser führt heute auch Andrina zusammen mit ihren Eltern Steffi und Silvan durch den Erlebnispark. Am meisten Spass hat sie aber am vielen Wasser. Mit den Gschpänli, die sie unterwegs trifft, leitet sie Wasserläufe ab und um, damit Frösche und anderes Sumpfgetier nicht plötzlich im Trockenen sitzen. Was ja auch Sinn macht. Aber am meisten angetan hat es den Kids ein grosses Floss in einem Teich, den sie mithilfe eine Seiles mit eigener Muskelkraft überqueren können. Und wie sich die Kleinen da ins Zeug legen und am Riemen zerren, um das andere Ufer möglichst schnell zu erreichen. Denn es warten noch weitere Höhepunkte: In einem Klettergarten kann nach Herzenslust gekraxelt – dies sogar auf einer riesigen Holzlibelle –, geschaukelt und über Balken balanciert werden. Richtig viel zu kichern gibts da.

Und auch die Grossen haben ganz schön Spass an den verschiedenen Stationen, oft ist von ihnen gar ein überraschtes «Aha?!» zu hören. Während Andrina und ihre neuen Kolleginnen sich mächtig ins Zeug legen, um Frösche zu retten und mit übergrossen Moorfiguren ein eigenes Moorkonzert zu veranstalten und schliesslich auch das Lösungswort zu finden, macht es sich Papa Silvan im Chillersessel schon mal bequem. In der hölzernen Liege kann er so die Aussicht auf die prächtige Bergwelt mit dem Brienzer Rothorn mittendrin geniessen. Zum Glück sind heute nicht gar so viele Besucher vor Ort, die ihm den Platz streitig machen können…

Auch für die Eltern ist das Sörenberger Mooraculum also ein guter Ort, wo sie einfach mal ein paar Stunden ausspannen können. Denn im Erlebnispark und auf dem herausfordernden Rundgang sind die Kinder vollauf mit sich und all den spannenden Sachen beschäftigt. Mama Steffi und Papa Silvan können auf der Terrasse des Erlebnisrestaurants zum Beispiel auch ein schönes Sonnenbad geniessen. Und wenn die Kinder dann voller neuer Eindrücke und ein bisschen müde vom Erlebnis Moor zurückkehren, locken auch hier feine Sachen, die Magen und Muskeln wieder auf Vordermann bringen helfen.

Mooraculum Forscherpass
Mit dem Forscherpass lässt sich der Erlebnispark Mooraculum auf spielerische Weise entdecken. Überall auf dem Spielplatz sind runde Plaketten mit Bildern versteckt. Wer eine entdeckt, kann das passende Bild auf dem Forscherpass umklappen und so das Lösungswort finden. Wer den Pass im Erlebnis-Restaurant Rossweid abgibt, nimmt an der monatlichen Verlosung teil und kann schöne Preise gewinnen.

Der Erlebnispark Mooraculum und der Sonnentauweg sind während der Sommersaison (Mai bis Oktober, täglich 8.15 bis 17 Uhr) geöffnet, Eintritt frei. Der Ausgangspunkt Rossweid kann zu Fuss (Wanderung ab Sörenberg etwa 1¼ h) oder per Gondelbahn erreicht werden. Gratis-Parkplätze bei der Talstation der Gondelbahn. Wer möchte, kann für die Talfahrt bei der Bergstation Bikeboards mieten (die allerdings für kleine Kinder nicht geeignet sind). Pauschalangebot für Familien (für max. 2 Erwachsene) CHF 55.–. Darin enthalten sind Retourfahrt mit der Gondelbahn für alle Familienmitglieder, Konsumationsgutschein von CHF 10.– im Restaurant Rossweid sowie ein Rodelbahngutschein pro Person, www.mooraculum.ch

Lesen Sie mehr zum Thema, zum Beispiel den Beitrag «Bewegung hilft beim Lernen» in Wandermagazin SCHWEIZ 3/2020

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