Text: Toni Kaiser, Bilder: Biosphäre Entlebuch, Beat Brechbühl

Moore – mehr als nur schön!

Moore bilden als Übergangszone zwischen Land und Wasser einzigartige Lebensräume. Doch diese wertvollen Ökosysteme sind bedroht, obwohl sie seit 1987 geschützt sind. Darum müssen wir alles daransetzen, ihr Überleben zu sichern. Auf einer Wanderung durch die Biosphäre Entlebuch kann man sich vom Mythos Moor anstecken lassen.

Eigentlich wähnt man sich hier eher in Skandinavien als in der Schweiz. Es riecht nach feuchter Erde, nach Torf und nach dem Harz der Bäume. Ich bin mit Peter Stadelmann unterwegs, wir durchstreifen lockere Bergföhrenwälder mit wild verzweigten Ästen, schreiten über weich-federnde Wiesen und entlang von dunklen Tümpeln. Peter leitet Exkursionen in der Biosphäre Entlebuch, dem Biosphärenreservat, das die UNESCO 2001 als eines der elf wertvollsten Naturjuwelen der Schweiz in ihre Liste aufgenommen hat. Die voralpine Moor- und Karstlandschaft im Entlebuch gilt heute als ihre Modell- und Vorzeigeregion. Mit insgesamt 130 Quadratkilometern Moorflächen aus 68 Flach- und 46 Hochmooren ist das Gebiet die grösste Moorlandschaft der Schweiz.

Wir beide sind unterwegs auf dem sogenannten Moorlandschaftspfad. Einem über 80 Kilometer langen Rundweg zwischen Sörenberg, Gfellen an der Glaubenberg-Passstrasse, Flühli und dem Kemmeribodenbad. Er führe in fünf Tagesetappen über federnde Moorwege, steinige Bergpfade und historische Passrouten mit herrlichen Aussichtspunkten, heisst es im Faltblatt. Und auch, dass es sich um ein gemeinsames Projekt von Pro Natura und der UNESCO Biosphäre Entlebuch handle, das mit dem «Blauen Enzian» von «Schweiz Pur – erlebbares Angebot in natürlichen Landschaften» von Schweiz Tourismus ausgezeichnet wurde.

Gestartet sind wir am Morgen im schön gelegenen Bergrestaurant Stäldeli, wo ich übernachtet habe. Nun streben wir Richtung Norden der Wasserfallenegg zu, die unter dem auf diese Seite steil abfallenden Wanderberg Fürstein den Übergang zum Glaubenberg-Gebiet macht. Karge Hochmoore, blumige Flachmoore und urtümliche Moorlandschaften bestimmen die Landschaft hier.

Der Wanderweg führt teils über sumpfige Böden, weil der Untergrund aus sogenanntem Flysch besteht, schuttartigen Sedimenten aus Ton und grobkörnigeren Gesteinen, etwa Sandstein. Er macht den Boden wasserundurchlässig, sodass Moore und Moorwälder entstehen konnten.

Auffallend sind die weissen Büschel der Wollgräser, Libellen schwirren durch die Luft, auch den extravaganten Sonnentau entdecken wir, eine fleischfressende und für das Moor typisch Pflanze, dazu viele Knabenkräuter und weitere Orchideen, die für das Flachmoor charakteristischen Seggen und Binsen, einen Bergmolch und anderes Getier, das da kreucht und fleucht.

Lesen Sie den ganzen Text in Wandermagazin SCHWEIZ 3/2020

Eine zweitägige Wanderung auf dem Moorlandschaftspfad steht mit Beschreibung, Karte und Höhenprofil im Tourenplaner SCHWEIZ zur Verfügung:

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