Texte und Bilder zVg Bergverlag Rother, Bilder © Bernd Jung

Berner Oberland Ost

Gekrönt von Eiger, Mönch und Jungfrau ist das Berner Oberland nicht nur Schauplatz der Alpingeschichte, sondern auch eine Wiege des Alpintourismus – vor allem der östliche Teil mit den Regionen um Interlaken, Lauterbrunnen, Grindelwald und Meiringen. Denn auch wer nicht die Eiger-Nordwand erklimmen will, kommt hier auf seine Kosten: 56 Touren aus dem breiten Wander-Angebot präsentiert der Rother Wanderführer «Berner Oberland Ost» in seiner 9. Auflage.

Die Auswahl reicht vom Spaziergang durch das Freilichtmuseum Ballenberg über die Promenade entlang des Brienzersees bis hin zu anspruchsvollen Pfaden auf herrliche Aussichtsgipfel wie Schilthorn oder Faulhorn. Besonders spektakulär sind die Wege am Fuss der weltberühmten Eiger-Nordwand. Auch Hüttenziele und einige mehrtägige Trekkingtouren finden sich im Repertoire dieses handlichen Wanderführers.

Sowohl für Ausflüge mit der ganzen Familie als auch für ambitionierte Unternehmungen im Hochgebirge ist das Buch also ein perfekter Begleiter!

Die Autoren Bernd Jung und Daniel Anker liefern nicht nur exakte Routenbeschreibungen, mit ihren Texten und exzellenten Bildern vermitteln sie auch ein gutes Stück Begeisterung für ihre engere Heimat. Bei jeder Tour sind Busverbindungen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Hinweise zu verschiedenen Varianten angegeben. Wanderkärtchen mit eingezeichnetem Routenverlauf und Höhenprofile erleichtern die Orientierung, zudem stehen GPS-Daten zum Download bereit. 5 Beispieltouren zum Lust und Laune machen:

Hinterburgseeli
Trotz der bescheidenen Wanderzeit von gerade mal gut 2 Stunden kann für diese schmucke Runde ein Ganztagesausflug eingeplant werden. Grund ist das malerische Hinterburgseeli, welches versteckt in die Bergkulisse um die Gipfel von Oltschiburg und Axalphorn eingebettet ist. So sind Bade- und Picknicksachen fast obligatorisch, um dieses Naturbad mit dem exklusiven Ambiente voll auskosten zu können. Der Rückweg über das Bergrestaurant Hilten bietet zwar keine Einkehr in ein Nobelhotel, dafür aber auf einer herrlichen Sonnenterrasse mit exklusiver Aussicht auf den Brienzersee. Ein Teil der Wanderung führt über den Schnitzlerweg, entlang dessen über 100 Holzfiguren stehen. Viele von ihnen wurden – und werden auch heute noch – aus den übrig gebliebenen Baumstümpfen nach dem Sturm Lothar im Jahre 1999 gefertigt.

Morgenberghorn
Zwei Berge erlauben einen besonders schönen Blick auf den Thunersee – der Niesen und das Morgenberghorn. Letzteres muss man sich im Vergleich zum Ersteren erwandern, sodass es auf dem Gipfel wesentlich ruhiger zugeht als auf dem Niesen, welcher auch mit der Zahnradbahn erklommen werden kann. Drei Grate ziehen vom Gipfel des Morgenberghorns herab, zwei davon sind mit Wanderwegen ausgestattet, welche eine schöne Überschreitung des großartigen Panoramaberges ermöglichen.

Wengen – Eigergletscher – Kleine Scheidegg
»Kurze Anleitung für diejenigen, welche eine Reise durch einen Theil der merkwürdigsten Alpgegenden des Lauterbrunnenthals, Grindelwald, und über Meyringen auf Bern zurück, machen wollen.« So lautet der Titel des 1777 von Jakob Samuel Wyttenbach, Naturwissenschaftler und Pfarrer an der Heiliggeistkirche in Bern, veröffentlichten ersten Reiseführers fürs Berner Oberland. Merkwürdig erscheint heutzutage manchmal nur die bunte Touristenmasse aus aller Welt, welche mit der Zahnradbahn von der Kleinen Scheidegg durch den Eiger aufs Jungfraujoch fahren. Wer sich an den Aufstieg von Wengen über die Biglenalp zur Station Eigergletscher macht, den erwartet eine lohnende und landschaftlich großartige Wanderung, die sich – abgesehen vom Anfangs- und Endpunkt – abseits von jeglichen Touristenströmen abspielt.

Engelhornhütte
Schon die Fahrt das Reichenbachtal hinauf ist eine Wucht. Schlagartig taucht die imposante Gestalt des Wellhorns auf, nebendran der zerklüftete Rosenlauigletscher, dazu die Felstürme der Engelhörner, und das Ganze untermalt von grünen Alpweiden und dem wilden Rychenbach. Einen näheren und noch eindrücklicheren Einblick in die spektakuläre Hochgebirgskulisse gewinnt man beim Durchwandern der Rosenlaui-Schlucht und im Aufstieg Richtung Engelhornhütte. Die Begehung der Gletscherschlucht ist zwar nicht umsonst und man wird in der Schlucht auch selten alleine unterwegs sein, dennoch lohnt es sich, durch die ohrenbetäubende Klamm zu gehen. Bringt man genügend Zeit mit, lohnt auch eine Übernachtung in der heimeligen und schön gelegenen Engelhornhütte.

Planplatten – Balmeregghorn – Engstlenalp
Ein Wanderklassiker in der Region um Hasliberg ist die Höhenwanderung zwischen Hasliberg und der Engstlenalp. Bei Hasliberg noch geprägt durch die spektakuläre Sicht auf das Wetterhorn-Massiv, besticht die Wanderung in der zweiten Hälfte durch die drei Seen Melchsee, Tannsee und Engstlensee. Fast die komplette Wanderung über genießt man beste Aussichten in das Gental, auf dem Gratabschnitt zwischen Balmeregghorn und Tannsee kommt auf der anderen Seite noch der Blick auf die Melchsee-Ebene hinzu. Unbedingt sollte man noch etwas Zeit einplanen, um am Ende der Tour in wenigen Minuten zum Engstlensee zu gehen – ein Picknick oder auch ein erfrischendes Bad locken an dessen traumhaftem Nordufer.

Bernd Jung, Daniel Anker
Berner Oberland Ost
9. Auflage 2021
192 Seiten mit 147 Farbabbildungen
56 Höhenprofile, 56 Wanderkärtchen im Maßstab 1:50.000, 1:75.000, 1:100.000 und 1:125.000, zwei Übersichtskarten im Maßstab 1:400.000 und 1:600.000
Format 11,5 x 16,5 cm
ISBN 978-3-7633-4012-5
14,90 Euro [D] • 15,40 Euro [A] • 21,90 SFr

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