Text: Toni Kaiser, Bilder: Pascal Frommenwiler

Auf sanften Pfoten

Leitern, Hängebrücken, Karstgebiete mit spitzen Steinen, schattenlose Strecken, Kuh- und Schafherden, die falsche Jahreszeit, kein Wasser – all dies kann für Hund und Halter auf einer Wanderung zum Problem werden. Nicht so für Pesche und Chia: Gemeinsam sind sie schon weit über 2000 Kilometer durch unser Land gewandert.

Chia hinkt? Was ist denn da los? Eine Verletzung an Beinen oder Pfoten ist nicht auszumachen. Pesche steht vor einem Rätsel. Denn eigentlich will er mit seiner sechsjährigen Mittelschnauzerdame noch richtig weit wandern. Genau von der nördlichsten Grenze der Schweiz im Schaffhauser Zipfel bis zur südlichsten in Chiasso.
Könnte es allenfalls sein, dass sie ein bisschen schummelt? Dass die Vierbeiner auch mal richtig wehleidige Tiere sein können, diese Erfahrung
hat Peter Frommenwiler in seinen bisherigen «Hundejahren» schon etliche Male gemacht. Die rassereine Hündin ist sonst ein höchst aktives Tier, rennt allem hinterher, was sich bewegt. Vielleicht passt ihr ja der Rucksack nicht? Sie muss nämlich ihr Futter, zumindest einen Teil davon, selber tragen. Viel ist das nicht, aber wenn er jeweils das Teil in die Hand nehme, renne Chia zuerst davon. Doch einmal aufgeschnallt, sei die «Last» ganz schnell vergessen.

Chia trägt einen Teil ihrer Ausrüstung selbst.

Nun gut, aller Anfang ist schwer, das gilt für Hund wie für Mensch. Wer ein so langes Trekking unternimmt wie die beiden, muss die Kondition zuerst aufbauen und den Rhythmus finden. Daran hapere es wohl noch etwas. Und tatsächlich, in ein paar Tagen wird Chia vom Hinken weit entfernt sein und wacker vorausschreiten, soweit es die Leine zulässt. Was fast immer der Fall ist: Zu 95 Prozent halte er sie an der Leine, weil sie dann auch weniger anfällig für Verletzungen sei. Zudem herrsche in vielen Gebieten sowieso Leinenzwang, nicht nur in Tier- und Naturschutzgebieten, erklärt Pesche. Ohne Leine wäre sie mit ihrem Spieltrieb sowieso ständig unkontrolliert auf Spurensuche.

Schwankende Brücken können für Hunde ein Problem sein.

Auf zwei langen Trekkings hat der Hünenberger schon Erfahrungen mit dem Hundewandern machen können: 2016 ist er mit Chia vom Unterengadin nach Genf gewandert, zwei Jahre später dann von seinem Wohnort im Zugerland sogar rund um die ganze Schweiz. Für einen so kleinen Hund ist das eine unwahrscheinliche Leistung, könnte man meinen. Und ist es wohl auch, denn Chia ist mit ihren 18 Kilo keine grosse Hündin. Doch man muss wissen, dass (fast) alle Hunde dieses Gen in sich tragen, das sie auf grosse Ausdauerleistungen trimmt.

«Ich bin mit Chia weit über 2000 Kilometer gewandert, ohne dass ihre Pfoten je gelitten hätten. Das sind Wunderwerke der Natur.»

Peter Frommenwiler

Als Begleiter des Menschen hat der Hund schon eine jahrtausendlange Karriere hinter sich. Für Jäger, Hirten und Schmuggler war er stets ein treuer Freund und Helfer. Ohne Hund wären Arbeiten wie das Jagen oder das Finden versteckter Waren schwierig bis gar unmöglich. Auch als Lawinenretter leistet er unersetzliche Dienste. Er ist Beschützer und Spielgefährte, begehrt als soziales Wesen und «Motor» für die täglichen Spaziergänge und Wandertouren. Bewegung ist für den Hund lebensnotwendig und trägt wesentlich zu seinem Wohlbefinden (und zu dem seines Halters, seiner Halterin…) bei. Aufgrund seiner sozialen Anpassungsfähigkeit ist der Haushund das mit dem Menschen am vielfältigsten verbundene Tier.

Lesen Sie den ganzen Text sowie das Interview mit Peter Frommenwiler in Wandermagazin SCHWEIZ 2/2020

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest
Aktuelle Ausgabe
Wandermagazin 6/2020

Wandermagazin 6/2020

November 2, 2020

Die Schweiz ist durchlöchert, keine Frage. Doch wer jetzt unter Höhle einfach Hohlräume untertags versteht, wird dieser Aussage nicht wirklich gerecht. Zwar ist unser Land

Weiterlesen
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Empfehlen Sie uns weiter:
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp